Andrea Koch 6 min Lesezeit

Manege frei für die Führungskräfte der Zukunft

Die erfolgreiche Führung eines Unternehmens gestaltet sich komplex. Was macht einen guten Leader aus? Und was steckt eigentlich dahinter?

Manege frei!

Um das herauszufinden, wollen wir an erster Stelle einen Blick auf die Begriffsdefinition werfen: Leadership bedeutet «Führung». Unter Führung verstehen wir die bewusste und zielbezogene Einflussnahme auf Menschen. Aus dem Angelsächsischen hat sich jedoch auch das Wort «managen» etabliert. Und obwohl sich diese beiden Begriffe genau genommen unterscheiden, werden sie überwiegend synonym verwendet. Managen bedeutete ursprünglich, jemanden «durch die Manege führen».

Wie im Zirkus. Prima. Genau das, was wir jetzt brauchen. Am schönsten wird das Bild, wenn wir uns vorstellen wie wir im rot-weiß gestreiften Zirkuszelt auf Sägemehl-grundiertem Boden im Kreis herumgeführt werden. Am besten noch an der Lounge befestigt und von freundlichen Peitschenhieben begleitet, die uns anzeigen, ob Schritt, Trab oder Galopp angebracht sind.

Circus_C_Mark_williams_Unsplash

Wenn wir Führungskräfte fragen würden, ob sie sich mit den Personen in der Mitte der Manege identifizieren können, würde womöglich ein Großteil zustimmen. Ziemlich sicher können sich auch viele Mitarbeitende in der Rolle der «Dressierten» wiederfinden. Aber warum eigentlich?

Die Gründe dafür können so unterschiedlich wie das Zirkusprogramm sein. Hier sind einige davon:

  • Entscheidende Personen sind oftmals geprägt von den Denkweisen und Erfahrungen der letzten Jahrzehnte. Sie tun sich schwer, alteingesessene Strukturen aufzubrechen und sind nicht bereit, neue Wege zu gehen.
  • Starre hierarchische Strukturen und Formalismen hemmen die Innovationskraft im Unternehmen, und ersticken neue Ansätze im Keim. Viele Mitarbeitende sind, wie ihre Vorgesetzten, noch nie mit neuen Ideen und Denkweisen in Berührung gekommen – weder in der Schule noch während der Lehrzeit oder des Studiums.
  • Arbeiten ist ein Mittel zum Zweck. Es gibt ein kollektives Selbstwertgefühl, einen Job zu haben. Es gibt Geld, um sich den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu finanzieren und es besteht die Möglichkeit, in der freien Zeit das zu tun, was Spaß macht und dafür auch aufkommen zu können.
  • Populäre Ansätze wie «New Work» oder «Reinventing Organisations» können nicht 1:1 in die Unternehmen übernommen werden. Genauso wenig wie die Ansätze «agile» oder die Methode «scrum» richtig verwendet werden. In den allermeisten Fällen enden sie als zahnlose Papiertiger in der «Toolbox» der Unternehmen. Was übrig bleibt ist, dass die klassische To-Do Liste nun nicht mehr A4 hochkant geführt, sondern im A0 Querformat plakativ an die Wand gehängt und mit knalligen Post-It’s dekoriert wird. Man gaukelt sich etwas vor, um es im Zirkusjargon auszudrücken. Klar ist: Innovation funktioniert so nicht. Ein Kicker im Büro macht noch keine agile Organisation. Um die Manege frei für frischen Wind machen zu können braucht es mehr als das. Mut zur Veränderung zum Beispiel. Klare Visionen und Ziele. Neue Denkweisen, Lösungsansätze und Persönlichkeiten, um diese Ziele umsetzen zu können. Vor allem aber braucht es tragfähige Entscheidungen. Und diese können nur getroffen werden, wenn auch Verantwortung übernommen wird. Von Führungskräften. Von allen. 

Wichtig dabei ist: Es gibt nicht eine Lösung für alle. Wir müssen uns individuell weiterentwickeln. Ein Unternehmen ist ein Organismus. Organisatorische Rahmenbedingungen, MitarbeiterInnen, neue Methoden, Vision und Werte müssen irgendwie zusammenfinden.

"Im Zirkus des Lebens wird viel dargeboten. Schwindelerregende Seilakte, lustige Clownsketches, geschickte Akrobatik. Doch der Zirkusdirektor wirst immer du sein. Manege frei!" 
Alexander Radinger

Man könnte es auch wie eine dauerhafte Lebensumstellung betrachten, um gesund zu werden oder zu bleiben. Neuer Tagesablauf, neue Routinen, mehr Bewegung, andere Ernährung, Aufräumen und Ausmisten, alte Probleme lösen, mehr Meditieren, mehr soziale Verantwortung und vieles mehr. Und hier kommen wir ins Spiel. Als Marie Kondos des Unternehmertums. Bereit, die Clownsnasen und Dressurpeitschen auszumisten.

Wir lösen das so: Wir entwickeln in Leadership Coachings gemeinsam mit GeschäftsführerInnen und Mitarbeitenden eine individuelle Organisationsstruktur und die passenden Tools und Systeme für den Unternehmensorganismus. Gleichzeitig entwickeln wir die Mitarbeitenden in die neuen Rollen. Step by Step. Weil es nur so funktionieren kann.

Trennen wir uns vom Affenzirkus. Führung muss neu gedacht und immer höchst individuell ausgestaltet werden. Führungskräfte müssen ein entscheidendes Rädchen im System sein, um die Zeit voranzutreiben, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass auch alle anderen Teile des Uhrwerks funktionieren müssen, um die Mechanik erfolgreich zum Ticken zu bringen.

P.S.: Ob wir auch zu den coolen Unternehmen gehören, die einen Kicker im Büro stehen haben? Ja, selbstverständlich! Sogar beleuchtet. Ob wir ihn benutzen? Nein ;-)

Mehr über unser Leadership Coaching "Was tust du, damit andere besser werden?" erfährst du hier:

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Ihr Ansprechpartner:

Andrea Koch

Strategin. Potentialfinderin. Freigeist.