Von Andrea Koch am 12. Juni 2017

Frag` 7 mal „Warum?“!

Wer nicht fragt bleibt … dumm!

Die Melodie?

Erinnert Ihr Euch noch an die Melodie des Titelsongs der Sesamstrasse?

Der Text:

Der, die, das.
Wer? Wie? Was?
Wieso? Weshalb? Warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm! (2 x)

Tausend tolle Sachen
die gibt es überall zu sehen.
Manchmal muss man fragen,
um sie zu versteh´n.

Der, die, das.
Wer? Wie? Was?
Wieso? Weshalb? Warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm! (2 x)

Was uns die Sesamstrasse quasi in die Wiege gelegt hat, wird auch in Managementbüchern und -seminaren (kostenpflichtig) wieder empfohlen:

Frag` 7 x warum!

Wenn man siebenmal „WARUM“ gefragt hat, kommt man der Ursache des Problems näher, sagen sie. In der Praxis reicht oftmals schon die zweite oder dritte Fragerunde.

2 Grundannahmen:

In der Strophe sind jedoch zwei Grundannahmen versteckt, die wir zuerst offenlegen möchten:

  1. Tausend tolle Sachen gibt es überall zu sehen.
  2. Manchmal muss man fragen um sie zu verstehen.

2 Fragen:

  1. Gibt es in meinem (Arbeits-) Umfeld tausend tolle Sachen?
  2. Will ich sie verstehen?

Von der Beantwortung dieser Fragen hängt natürlich ab, wie oft und wie intensiv das Wörtchen „WARUM “ verwendet wird.

Und?

Für den weiteren BLOG gehen wir davon aus, dass die Annahme 1 zumindest zu kleinen Teilen zutreffend ist.

(Falls dies nicht der Fall sein sollte, empfehlen wir unseren BLOG Artikel zum Thema Business Coaching.)

Zu Annahme 2 hat Winston Churchill schon ein Statement abgegeben:

„Das grösste Problem ist, dass wir nicht zuhören um zu verstehen. Wir hören zu, um zu antworten.“

Interesse besteht!

Nehmen wir mal an er hatte unrecht und gehen davon aus, dass ein Fünkchen Interesse besteht, so haben wir dennoch weitere Hürden zu nehmen, nämlich:

Die grosse Hürde:

Die Interpretation der Nachfrage!

Fragt man „Warum“, könnte es passieren, dass die Leute denken:

  1. Ich bin doof. (Generelles Problem)
  2. Ich habe nicht zugehört. (Multitasking-Problem)
  3. Ich fordere Dich heraus. (Advocatus Diaboli)
  4. Ich möchte es besser verstehen. (Ehrliches Interesse am Thema)
  5. Ich möchte Dich besser verstehen. (Ehrliches Interesse an den Beweggründen)

Während die Punkte 4 und 5 sehr willkommen sind, möchten wir die Punkte 1 und 2 in der Regel vermeiden.

  1. „Ich bin doof“

    …wird absichtlich höchstens aus taktischen Arbeitsvermeidungsgründen gespielt.
    Manche verstehen jedoch eine Nachfrage als Einladung zur Belehrung.
    Das ist anstrengend, hier kann eine Klarstellung helfen:

    „Ich frage aus Interesse, nicht weil ich doof bin!“ 
    Das ist aber natürlich eine Frage des Geschmacks.

  2.  „Ich habe nicht zugehört“

    … ist zwar unangenehm, lässt sich aber oftmals klären.
    Je besser die Frage ist, desto klarer wird, dass man besonders gut zugehört hat.

  3. „Ich fordere Dich heraus!“

    Die „Herausforderung“ kann positive und negative Aspekte haben. Es gibt die sehr mühsamen, aggressiven Nachfragen, und es gibt die fordernden, aber respektvollen und interessierten Nachfragen. Wie das Ganze aufgenommen wird, hängt von mehreren Faktoren ab:
    Von der momentanen Situation, von der Wortwahl, der Körpersprache, dem Tonfall, dem Dialekt, … (Ja, das klingt erstmal doof, ist aber so. Denken Sie mal an Ihre Nachbarkantone!)

  4. „Ich möchte es besser verstehen!“ und

  5. „Ich möchte Dich besser verstehen!“

    sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren!

    A) Sie sind konstruktiv.
    B) Sie bringen die Gesprächspartner weiter.
    C) Sie schaffen ein vertrauensvolles und produktives Arbeitsklima.
    D) Sie sorgen für bessere Ergebnisse und weniger Konflikte.

Also: Back to the roots – die Sesamstrasse wusste es schon lange. Für besseres Arbeiten – öfters mal nachfragen!

Autor

Andrea Koch
Ihre Expertin für Workshops zur Team-, Visions – und Strategieentwicklung. Andrea ist Wissensvermittlerin, Unternehmerin und Ursachenfinderin.