Von Julien Weber am 8. Mai 2017

Digitale Transformation: Nicht (nur) für IT-ler!

Das neue „digital“

Während Digitale Transformation zu einem Modewort zu verkommen droht und entweder Kopfschütteln oder zustimmendes Nicken hervorruft, ist der Inhalt wichtiger denn je! Gerade für uns, die kleine Schweiz.

Was hat sich denn verändert?
Kurz gesagt: Die Welt. Niemand kann sich ernsthaft der Digitalisierung entziehen.

Die Digitale Transformation ist kein isolierter Prozess mit klar definiertem Start und Ende. Sie hat weder gestern begonnen noch wird sie morgen fertig sein.

Unternehmen sind bereits seit Jahrzehnten im digitalen Wandel und machen laufend Gebrauch von neuen Technologien um wettbewerbsfähig zu bleiben. Jedes Unternehmen setzt heute Computer ein, eine öffentliche Website und automatisierte Prozesse.

Neu ist, dass es nicht mehr (nur) darum geht Kosten zu sparen. „Digital“ bedeutet plötzlich „Disruption“. Die Digitalisierung verändert unser Verhalten grundlegend, ermöglicht und verlangt gänzlich andere Formen der Geschäftsführung.

Ein Beispiel:
Die Verbreitung von Smartphones in Kombination mit bezahlbarem mobilen Internet machte Musikstreaming Dienste erst möglich. Dies veränderte die gesamte Musikindustrie und das Verhalten der Hörer gleichermassen. Musik wurde nicht mehr einzeln gekauft, sondern im Abonnement konsumiert.

Konsumenten wollen nicht mehr auf eine bestimmte Musik CD warten, diese kaufen, verstauen, etc. sondern auf Knopfdruck die Musik hören, auf die sie gerade Lust haben. Da ist es naheliegend, dass sich diese Industrie ebenfalls verändern musste. Es werden Kettenreaktionen von existentieller Bedeutung in Gang gesetzt.

Was heisst denn das nun konkret?
Im Detail kann dieses vieles bedeuten, und dies ist genau der Grund warum die Digitale Transformation oft sehr schwammig definiert ist.

Klar ist jedoch, dass diese Welle der Digitalisierung im Business, nicht in der IT stattfindet.

Es sind strategische Fragestellungen, die Technologiewissen zwar benötigen, aber nicht von Seiten der IT beantwortet werden können. Es gibt jedoch Wege, die Komplexität mittels Gliederung zu reduzieren.

Wir unterscheiden zwischen externen (strategischen) und internen (operativen) Anforderungen.

Die Externe Perspektive der Digitalisierung ist eine strategische Disziplin. Im Kern steht die Veränderung des Konsumentenverhalten, die nicht selten eine grundlegende (und oftmals mutige) Änderung des gesamten Business Modells erfordert.

Jede Industrie ist direkt oder indirekt betroffen:
Hilti verleiht immer mehr Werkzeuge und verkauft Sie nicht mehr (nur), Autos werden zunehmend mittels digitaler Plattformen geteilt, auch Luxusgüter werden von der digitalen Jugend mittels digitaler Beratung online gekauft, Spezialteile kurzerhand im eigenen Haus mittels 3D-Drucker ausgedruckt. Dies erfordert eine komplett andere Form der Geschäftsführung, ausgerichtet auf den Kunden. Hierbei ist Produkt- oder Service Qualität wichtig, Qualität allein wird zukünftig jedoch kein Grund sein, bei Ihrem Unternehmen zu bleiben.

Die interne Perspektive ist eine Frage der Flexibilisierung des Unternehmens bei gleichzeitiger Steigerung der Kosteneffizienz. Da sich Technologie und Gesellschaft immer schneller verändern, müssen Unternehmer viel flexibler produzieren können. Das sind zum einen die Prozesse, die schnell skaliert, individualisiert und auf Marktbedingungen angepasst werden müssen, aber auch die Flexibilisierung des Arbeitsplatzes für Mitarbeiter. Qualifizierte Mitarbeiter erwarten von modernen Arbeitgebern Möglichkeiten zur mobilen Arbeit mit flexibleren Arbeitszeiten und Modellen. Moderne Systeme machen es möglich, wenn entsprechende Unternehmens- und Führungskulturen gelebt werden.

Kurz und bündig:
Digitale Transformation bedeutet die dauerhafte, nachhaltige und qualitative Veränderung in Logik, Verständnis und Praxis des Unternehmens im technologischen Zeitalter.

Am besten startet man mit einem Digital Checkup – einer Standortüberprüfung mit Kursbestimmung ganz individuell für Ihr Unternehmen. Genaueres erfahren Sie hier!

Kontakt:
Julien Weber – Consulting
weber@blackdot.swiss

Autor

Julien Weber
Ihr Master für Digitale Innovation, Datenanalyse und Technisches. Julien ist Unternehmensberater, Digitalisierer und Pragmatiker.